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17.04.2009

Regentropfen prasseln gegen mein Fenster. Ein stätiges, beruhigendes Gefühl, gerade laut genug um es über den Lüfter des PCs hinweg zu hören, der neben mir auf dem Bett steht und warme Luft gegen meinen Arm pustet.

Es ist 2:57  und ich liege wach in meinem Bett, lausche dem Regen und irgendwelche Leute schicken mir Bilder von Körperteilen, die ich eigentlich nicht sehen möchte. Was für eine verkehrte Welt. Die frage ist: Was mache ich hier? Warum liege ich genau hier? Warum nicht 1000 Km von hier weg, oder einfach nur 2 cm weiter links? Oder, was mache ich überhaupt hier? Das soll hier jetzt kein Gequassel von wegen Sinn des Lebens werden, dafür ist es schon viel zu spät und mein Kopf viel zu maatsche, aber ich denke, dass es doch immer noch sehr seltsam ist, warum manche Dinge so verlaufen, wie sie es eben tun, Dinge, die sich meiner Logik entziehen und wer mich kennt, weiß, dass ich einiges an Logik besitze. Nun, manche Dinge werden wir einfach nie durchschauen, vielleicht ist es gut so, vielleicht auch nicht. Sicher ist nur, dass wir mit dieser Tatsache leben müssen.

 

Euch allen eine gute Nacht,

schlaft schön

17.4.09 03:06


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Water

Wasser läuft über meine nackte Haut. Ich spüre es meine Schultern hinunterlaufen. Wasser, dass die Sorgen, die Ängste, die in der Nacht kamen mit sich reißt und davonspült. Davon, in die Dunkelheit, aus der sie kamen. Wasser läuft über mein Gesicht. Vermischt sich mit den getrockneten Tränen der Nacht. Wäscht sie fort. Sie fließen an mir hinunter, und verschwinden in der Dunkelheit. Folgen den Ängsten, den Sorgen. Warten darauf, erneut aufsteigen zu können, zurückzukriechen, aus der Dunkelheit und mich erneut zu befallen. Doch eines sollten sie sich gewiss sein, das Wasser wird erneut kommen, sie fortzuspülen, und in die Dunkleheit zu verbannen.

Die Mythen, Vampire könnten keine fließende Gewässer überqueeren oder hätten eine Abneigung gegenüber Knoblauch waren alle falsch. Auch das Kreuz kann mir nichts anhaben. Alles nur Erfindungen des Aberglaubens um den Menschen die Angst vor den Kreaturen der Nacht zu nehmen, Kreaturen, die sich nahmen, was sie brauchten und was sie wollten. Kreaturen wie mich. 

Das Wasser, das mich zu Beginn noch zu reinigen schien, wurde zunehmend rot. Ein tiefes Rot, das über meine Lippen fließt. Blut! Die Sehnsucht nach dem Lebenselexier wird immer stärker, droht mich fast zu verzehren, als ich eines Nachts  an der Lösung meiner Probleme vorbeistolper. Geschwächt vom Hunger schlendere ich durch ein Industriegebiet. Der Geruch von Blut steigt mir in der Nase. Die Arbeiter, in einer der Fabriken denke ich mir, doch dann roch ich einen sehr feinen Unterschied. Dieses Blut roch anders als das der Menschen, die mich umgaben, es roch ... versalzen. So als hätte man das Salz in die Suppe fallen lassen. Mir ist klar, dass ein normaler Sterblicher diesen Unterschied nicht erriechen konnte, er würde es erst bemerken, wenn es zu spät wäre, wenn er die Suppe in seinem Mund hatte. Doch ich vermochte diesen Unterschied vorher wahrzunehmen. Und so roch dieser neue Duft. Nach versalzenem Blut. Als ich meinen Blick hebe, fällt mir ein Schild in den Fokus meines Blickes. "Fleischerei Bauer" ...

 

Wieder wandle ich einsam durch die Staßen der Stadt. Durch die dunklen, abgelgenen Gassen, die ich mir als lebender nicht einmal in meinen dunkelsten Träumen vorstellen wollte. Die kühle Nachtluft umgibt mich und reinigt die Stadt von der Hitze des Tages. Als Vampir ist es mir nicht vergönnt, all die Vorzüge der Sterblichen zu teilen. Ich werde nie wieder einen Sonnenaufgang erleben. Etwas, das ich früher für romantischen Schwachsinn hielt, doch jetzt, wo mir die Möglichkeit geraubt wurde, sehne ich mich um so mehr nach diesem Schwachsinn.
17.4.09 16:51





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